Voneinander lernen, Berührungsängste abbauen

  • Rückblick auf sechs Monate Kletterprojekt an der Schule für Blinde und Sehbehinderte in Ilvesheim

Heidelberg, 21. Juni 2010 - „Klettern mit Blinden“, so lautet der Titel des sozialen Kooperationsprojektes, das seit November 2009 an der Schule für Blinde und Sehbehinderte in Ilvesheim besteht. Einmal wöchentlich treffen sich blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler der Schloss-Schule zum gemeinsamen Kletterkurs mit Nachwuchssportlern des Dietmar-Hopp-Jugendförderprogramms „Anpfiff ins Leben“. Ziel des Projektes ist es, durch das gemeinschaftliche Sporterlebnis Berührungsängste abzubauen, aufeinander zuzugehen und die soziale Entwicklung aller Teilnehmer zu fördern.

Beim gemeinsamen Abschlussklettern nach sechs Monaten Kletterkurs fällt das Resümee bei allen Kooperationspartnern und Teilnehmern sehr positiv aus. „Wir wollen mit diesem Projekt Nicht-Behinderte für das Thema Blindheit und Sehbehinderung sensibilisieren, und das ist uns durch das gemeinsame Sporterlebnis gelungen“, freut sich Ulrich Schlipper, Direktor der Schloss-Schule.

Ins Leben gerufen wurde die Kooperation von der Geuder AG. Das Unternehmen verknüpft sein vielfältiges soziales Engagement überwiegend mit tätigkeitsrelevanten Themen rund um Augenerkrankungen, Sehbehinderung und Blindheit. „Die Unterstützung der Schloss-Schule in Ilvesheim war für uns ein persönliches Anliegen“, erläutert Unternehmensvorstand Volker Geuder. Mit einer Spende des Unternehmens konnten fehlende Ausrüstungsgegenstände wie Kletterseile, -gurte und -steigsets für die Kletter-AG der Schule angeschafft werden. Volker Geuder stellte schließlich den Kontakt zwischen der Schloss-Schule und „Anpfiff ins Leben“ her und bereitete damit den Boden für die erfolgreiche Kooperation, die nach sechs Monaten Probephase nun weitergeführt wird.

Während der letzten Monate kletterten junge Eishockey-Spieler vom Eishockey-Leistungszentrum „Jungadler“ Mannheim e.V. und Fußball-Spieler des SV Waldhof Mannheim mit den Schülerinnen und Schülern der Kletter-AG der Schule für Blinde und Sehbehinderte. Im Vordergrund des gemeinsamen Kletterns stand das soziale Miteinander der Teilnehmer. „Beim Klettern heißt es, Verantwortung für den anderen zu übernehmen, wenn einer den anderen sichert. Beim Klettern mit Blinden und Sehbehinderten kommt es in doppeltem Maße auf gegenseitiges Vertrauen an“, erklärt Hans-Jürgen Fischer, der das Kooperationsprojekt als Sportlehrer und Leiter der Kletter-AG begleitet.

Genau diese soziale Förderung ist eine der tragenden Säulen der Jugendförderung des Kooperationspartners „Anpfiff ins Leben“. Das Dietmar Hopp- Jugendförderkonzept schließt neben dem Sport auch die Bereiche Schule, Beruf und Soziales ein. „Das Klettern mit Blinden und Sehbehinderten hat stark integrative Kraft und fördert die sozialen Kompetenzen und die Persönlichkeitsbildung unserer Nachwuchssportler“, so Stefanie Ullrich, Leitung/Schule/Beruf/Soziales von „Anpfiff ins Leben“.



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